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In diesem Artikel möchte ich aufzeigen, warum die Negativquote immer noch so hoch ist, obwohl es umfangreiche Möglichkeiten gibt, sich entsprechend zu informieren. Einen Grund kann ich dabei von vornherein ausschließen: „Beim ersten Mal fällt man immer durch“. Wer ausreichend gut vorbereitet ist, also die Anforderungen für ein positives Gutachten erfüllt, besteht die MPU auch im ersten Anlauf.

Aus der anlassbezogenen Aufschlüsselung der MPU-Ergebnisse für das Jahr 2017 ergibt sich, dass 36,2 % der Untersuchten ein negatives Ergebnis erzielt haben, also als ungeeignet eingestuft wurden. Weit überdurchschnittlich ist dabei die Anlassgruppe „Alkohol wiederholt“ mit 47,4 %, „Verkehrsauffälligkeiten“ (Punktetäter) mit 39,5 % und „Alkohol + allg. verkehrs-/strafrechtl. auffällig“ mit  47,2 %.

Das sind die häufigsten Fehler:

1. Verdrängen bzw. vermeiden

„Ich habe ja nicht gewusst, dass eine MPU auf mich zukommt. Keiner hat mich darüber informiert.“ Diese Aussagen höre ich relativ häufig. Wenn ich dann genauer nachfrage, stellt sich heraus, dass man es gar nicht wissen wollte und es vorsichtshalber vermieden hat, sich zu informieren. Der Verdacht, dass eine MPU gefordert wird besteht zwar, wird aber verdrängt. Man hofft, keine MPU machen zu müssen. Um diese Hoffnung nicht zu zerstören wird unterlassen, sich entsprechend zu informieren. In ca. 98 % der Fälle ist eine MPU sicher vorhersehbar.

Manchmal hat man aber auch Informationen von der Polizei oder gar einem Rechtsanwalt bekommen, dass man nicht mit einer MPU rechnen müsse. Da fällt es dann noch leichter, die mögliche Konsequenz einer MPU zu verdrängen und es zu vermeiden, sich entsprechen zu erkundigen.Auf soche Informationen sollten Sie sich nicht verlassen. Prüfen Sie diese Aussagen auf jeden Fall, in dem Sie sich im Internet schlau machen.

Wird man nicht fündig, oder ist sich nicht sicher, kann man sich telefonisch an eine, oder auch mehrere MPU Beratungsstellen wenden, um dort nachzufragen. In den allermeisten Fällen, ich schätze mal 98 %, kann eine MPU sicher vorhergesagt oder aber auch ausgeschlossen werden.

Jetzt wünsche ich Ihnen, dass Sie diesen Fehler nicht begangen haben und sich rechtzeitig informieren. Falls die Aufforderung zur MPU für Sie doch „überraschend“ kam, sollten Sie sich gründlich informieren, ob eine kurzfristige MPU überhaupt erfolgversprechend ist. Es gibt nur wenige Fälle, bei denen eine kurzfristige Vorbereitung auch zu einem positiven Ergebnis führt. Lesen Sie diesbezüglich auf jeden Fall Punkt 5 durch.

2. Informationen nur mit Hilfe des Smartphones einholen

Ca. 60 % der Besucher meiner Webseiten benutzen ein Smartphone. Auffällig bei diesen Besuchern ist, dass sie relativ schnell die Seiten wieder verlassen. Das könnte daran liegen, dass die gesuchten, bzw. erwarteten Informationen, nicht gleich erscheinen und man deshalb auf andere Webseiten schauen möchte. Dabei besteht die Gefahr, wichtige Informationen zu übersehen. Informationen, die Ihnen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wenn Sie mal darüber nachdenken, werden Sie feststellen, dass es gar nicht möglich ist, alle relevanten Informationen gleich am Anfang einer Webseite darzustellen. Hinzukommt, dass teilweise extra Seiten für die mobile Nutzung angefertigt werden, die vom Inhalt her abgespeckt sind, also weniger Informationen enthalten. Kunden, die sich über PC oder Laptop mit dem Thema MPU beschäftig haben, sind meist deutlich besser informiert. Wenn Sie nur ein Smartphone zur Verfügung haben, sollten Sie den nächsten Punkt besonders gründlich lesen.

3. Nicht genügend Zeit investieren

Überlegen Sie doch bitte mal, wie wichtig es Ihnen ist, die MPU zu bestehen und dabei keine unnötigen Kosten einzugehen. Bei 95 % der als ungeeignet begutachteten Personen war das negative Ergebnis vorhersehbar. Je nach Fragestellung haben sie dann 600,00 € bis 1.300,00 € geradezu zum Fenster rausgeworfen. Warum? Weil sie sich nicht genügend Zeit genommen haben, sich im Vorfeld über die MPU zu informieren.

Überlegen Sie jetzt mal weiter, wie viele Stunden Sie für dieses Geld (das Sie zum Fenster raus geworfen haben) arbeiten müssen. Bei einem Nettolohn von 20,00 € pro Stunde arbeiten Sie also 30 Stunden, um eine MPU für 600,00 € zu bezahlen. Rechnen Sie sich jetzt mal aus, wie viele Stunden Sie, bei Ihrem Stundenlohn, dafür arbeiten müssen. Dann denken Sie darüber nach, wie viel Zeit Sie investieren wollen, um sich entsprechend zu informieren.

4. Nach kostenlosen Informationen suchen

Um herauszufinden, ob eine MPU auf Sie zukommt, können Sie die umfangreichen und kostenlosen Informationen im Internet nutzen. Wenn es aber darum geht, sich auf eine MPU vorzubereiten, können die kostenlosen Informationen schnell sehr teuer werden. Überlegen Sie mal, warum Jemand sich die Mühe machen sollte, umfangreiche und wirklich nützliche Inhalte zu erstellen, um diese dann kostenlos anzubieten. Also mir fällt da kein Grund ein. Schon gar nicht, wenn dieser Jemand auch fachlich qualifiziert ist. Die 95 % der negativ begutachteten Personen hatten entweder gar keine Informationen oder kostenlose. Haben diese Personen sich etwas gespart? Nein, sie haben die kostenlosen Informationen teuer bezahlt.

5. Nur das Lesen und Hören was einem gefällt

Natürlich wollen die meisten MPU Betroffenen möglichst wenig Zeit und Geld investieren. Das wissen auch einige MPU Beratungsstellen und werben dann mit Slogans wie: In 6 Wochen die MPU bestehen, MPU Vorbereitung an einem Wochenende, Tagesseminar mit allen wichtigen MPU Informationen für nur 196,00 €, MPU garantiert bestehen usw.

Ja, man kann mit 6 Wochen Vorbereitung die MPU bestehen. Allerdings nur, wenn man schon sehr gut vorbereitet, oder es wirklich nur ein „sehr harmloser“ Fall ist, der aber nur äußerst selten vorkommt. Meist erfährt man erst, nachdem man einen Vertrag unterschrieben und die Beratung begonnen hat, dass man doch mehr Zeit, meist bedeutend mehr Zeit, benötigt.

Eine MPU Vorbereitung über ein Wochenendseminar ist auch möglich. Nur wie sind dann die Erfolgsaussichten bei der MPU? Schlecht, sehr schlecht. Allerdings erfahren Sie das dann auch erst zum Ende des Seminars und werden dann motiviert, noch einiges an Einzelberatung in Anspruch zu nehmen.

Gleiches gilt für Tagesseminare, die Ihnen alle wichtigen Informationen zur MPU vermitteln wollen. Diese Seminare sind für die Veranstalter äußerst lukrativ. Dies gilt allerdings nicht für die bezahlenden Besucher. Alle in einem solchen Seminar vermittelten Informationen bekommen Sie auch kostenlos im Internet. Die Veranstalter nutzen diese Seminare auch, um Ihre eigenen Leistungen anzupreisen. Sie bezahlen also für eine Verkaufsveranstaltung.

Eine MPU garantiert zu bestehen hört sich für viele Betroffene auch ganz gut an. Nur wie soll ein Berater garantieren, dass Sie bei der MPU die Aussagen auch so vortragen, wie sie in der Beratung besprochen wurden? Warum sollte ein Gutachter zu einem positiven Ergebnis kommen, wenn Ihre Aussagen und Voraussetzungen das nicht hergeben? Wer Ihnen eine Garantie gibt, lügt Sie also an. Der Berater kann weder für Sie, noch für den Gutachter, garantieren.

Interessant ist, warum derartige Werbeslogans so erfolgreich sind und viele Menschen ansprechen. Sie treffen Aussagen, die die betroffene Person hören, bzw. lesen möchten. Da wird dann gar nicht mehr hinterfragt, ob diese Aussagen tatsächlich ein Fundament haben, oder nur reine Lockangebote sind. Um diesen Lockangeboten zu widerstehen hilft nur eins:

umfangreich recherchieren und informieren!

Bei der Beschreibung der häufigsten Fehler habe ich mich bemüht, diese möglichst neutral darzustellen. Zum Abschluss möchte ich aber dennoch etwas Werbung für meine „Anleitungen zur MPU Vorbereitung“ machen.

Da ich die meisten Bücher zum Thema MPU kenne, kann ich behaupten, dass es kein vergleichbares Buch gibt, das derart praxisnah beschreibt, wie Sie sich auf eine MPU vorbereiten können. Es gibt günstigere Bücher, aber auch deutlich teurere. Nur keines der alternativen Bücher ist derart detailliert geschrieben, dass es eine wirkliche Hilfe zur Vorbereitung darstellt. Bei der Erstellung der Anleitungen habe ich mir wirklich Mühe gegeben, meine 23 Jahre Erfahrung in der MPU Vorbereitung, praxisnah und verständlich, darzustellen.

Ob Sie sich nun für eine meiner Anleitungen entscheiden, oder ein alternatives Angebot nutzen – ich wünsche Ihnen auf jeden Fall alles Gute für Ihre Zukunft.

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Diese Fehler sollten Sie unbedingt im Vorfeld einer MPU vermeiden!