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Von der BASt (Bundesamt für Straßenwesen) werden jährlich die verschiedenen Anlassgruppen einer MPU statistisch zugewiesen. Hierzu übermitteln die MPU Begutachtungsstellen die entsprechenden Begutachtungsergebnisse. Diese Daten werden dann von der BASt statistisch aufbereitet und veröffentlicht. Aktuell sind derzeit die Zahlen aus 2017. Die Veröffentlichung der Zahlen für 2018 wird im September 2019 erwartet.

MPU Statistik 2017

Hier eine kurze Übersicht der Anahl an durchgeführten Begutachtungen und wieviel davon auf die Anlassgruppen Alkohol und Drogen abfallen.

geeignet nach-
schulungs-
fähig
nicht

geeignet

Summe Anteil
Gesamtsumme 58,7 % 5,1 % 36,2 % 88.035 100 %
Fragestellungen mit Alkohol 51,6 % 7,8 % 40,5 % 39.170 44,5 %
Fragenstellungen mit BtM 62,6 % 5,6 % 31,9 % 39.170 26,4 %

Quelle Bast: MPU 2017

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Hinweis: Die Anzahl der durchgeführten medizinisch psychologischen Untersuchungen ist nicht identisch mit der Anzahl der Personen, denen eine MPU auferlegt wurde.

Zur Erklärung: Wenn sich eine Person im Februar mit negativem Ergebnis begutachten ließ, kann diese Person, am besten nach entsprechender Vorbereitung, sich z. B. im Oktober wieder begutachten lassen. Dann hat eine Person zwei Begutachtungen abgeleistet. Statistisch taucht diese Person dann zweimal auf. Einmal bei den negativen Ergebnissen und einmal bei den positiven, sofern die MPU bestanden wurde..

HIer sehen Sie die ausführliche Statistik, mit einer Differenzierung der relevantesten Anlassgruppen.

Ausführliche MPU Statistik 2017

Anlass-

gruppe

geeignet nach-
schulungs-
fähig
nicht

geeignet

Summe Anteil
Verkehrsauffälligkeiten 60,4 % 0,1 % 39,5 % 13.474 15,3 %
sonstige strafr. Auffälligkeiten 61,9 % 0,3 % 37,8 % 2.815 3,2%
Alkohol erstmalig* 54,4 % 9,1 % 36,6 % 24.699 28.1 %
Alkohol wiederholt* 46,5 % 6,2 % 47,4 % 10.075 11,4 %
BtM u. Medikamente** 63,8 % 6,1 % 30.1 % 19.328 22,0 %
Alkohol + allg. verkehrsauffällig 48,0 % 4,8 % 47,2 % 4.396 5,0 %
Alkohol + BtM/Medikamente 56,9 % 3,0 % 40,0 % 1.858 2,1 %
Allg. verkehrs- + strafrechtlich auff. 57,1 % 1,2 % 41,7 % 2.079 2,4 %
BtM + allg. verkehrsauffällig 55,8 % 3,0 % 41,3 % 2.019 2,3 %
sonstige Mehrfachfragestellungen 54,8 % 2,8 % 42,3 % 1.618 1,8 %
Alkohol-Fragestellung gesamt 51,6 % 7,8 % 40,5 % 39.170 44,5 %
BtM-Fragestellungen gesamt 62,6 % 5,6 % 31,9 % 23.205 26,4 %

Quelle Bast: MPU 2017

Als ich 1996 mit der MPU Beratung begonnen habe, gab es noch 155.000 MPU Begutachtungen. Im Vergleich zu 2017 also deutlich mehr. Allerdings lag die Negativquote auch deutlich höher (>50 %). Es war keine Seltenheit, dass Personen schon 2 – 3 negative Gutachten hatten, bevor Sie sich einer fachlichen Beratung gestellt haben.

Das lag unter anderem auch daran, dass es schwierig war, an Informationen zu kommen, wo und wie man sich fachlich beraten lassen kann. Das Internet war bei weitem noch nicht so entwickelt.Dennoch ist die Negativquote relativ hoch.

Meiner Einschätzung nach haben sich 95 % der negativ begutachteten Personen nicht, oder nur oberflächlich, auf die MPU vorbereitet. Ob man es einfach mal probieren will, muss der Einzelne für sich entscheiden.

Als Entscheidungshilfe empfehle ich Ihnen diese Artikel: MPU -häufige Fehler und MPU teuer oder günstig – es liegt an Ihnen!